BalanceCheat
ENDE

Liquiditätskennzahlen-Analyse

Eine unveränderte Current Ratio kann sinkende Barliquidität verdecken. Prüfe auch, welche Vermögenswerte die Deckung tragen.

Vorräte steigen, Zahlungsmittel sinken

Vorschau · Synthetische Werte · EUR Tausend

Modellauszug

Geldbeträge in EUR Tausend; Kennzahlen in % bzw. x
PositionGJ 2026GJ 2027
Liquide Mittel1 200,0400,0
Vorräte800,01 600,0
Liquidität 3. Grades3,00×3,00×
Liquidität 2. Grades2,20×1,40×
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Ein isolierter Vorratsaufbau

Die synthetische Example Company startet mit 1.200 Zahlungsmitteln, 1.000 Forderungen, 800 Vorräten und 4.000 Sachanlagen. Die Finanzierung besteht aus 1.000 Lieferverbindlichkeiten, 2.000 langfristigen Schulden und 4.000 Eigenkapital. Beide Bilanzseiten betragen 7.000. Geldbeträge stehen in EUR Tausend; alle anderen Anfangspositionen sind null.

Für beide Jahresprognosen gelten 10.000 Umsatz, 6.000 Umsatzkosten und 4.000 Gemeinkosten. Das operative Ergebnis ist null. Abschreibungen, Investitionen, Zinsen, Steuern und Ausschüttungen sind ebenfalls null. Forderungen bleiben bei 1.000, Lieferverbindlichkeiten bei 1.000 und Schulden bei 2.000. Vorräte betragen Ende 2026 noch 800, Ende 2027 hingegen 1.600. Nur dieser Aufbau verändert die Zahlungsmittel.

Current Ratio vs Quick Ratio: gleiche Summe, andere Qualität

2026 beträgt das Umlaufvermögen 1.200 Zahlungsmittel + 1.000 Forderungen + 800 Vorräte = 3.000. Der Vorratsaufbau von 800 bindet 2027 ebenso viel Geld. Damit sinken Zahlungsmittel auf 400, während das Umlaufvermögen mit 400 + 1.000 + 1.600 = 3.000 unverändert bleibt.

BalanceCheat teilt das Umlaufvermögen durch Lieferverbindlichkeiten + sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten + die modellierte revolvierende Kreditlinie. Hier sind das 1.000 + 0 + 0 = 1.000. Die Current Ratio bleibt daher bei 3,00x. Bei der Quick Ratio stehen nur Zahlungsmittel und Forderungen im Zähler: 2.200 / 1.000 = 2,20x werden zu 1.400 / 1.000 = 1,40x.

Sonstiges Umlaufvermögen zählt zur Current Ratio, aber nicht zur Quick Ratio. Die separat ausgewiesenen langfristigen Schulden gehören nicht zu diesem kurzfristigen Nenner. Eine gesonderte Umgliederung kurzfristig fälliger Kreditanteile ist im Beispiel nicht enthalten. Verwende deshalb die tatsächlichen Modellpositionen und rechne nicht stillschweigend sämtliche Schulden als kurzfristig.

Abstimmung der Liquiditätskennzahlen

Geldbeträge in EUR Tausend; Kennzahlen in % bzw. x
PositionGJ 2026GJ 2027
Liquide Mittel1 200,0400,0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1 000,01 000,0
Vorräte800,01 600,0
Summe Umlaufvermögen3 000,03 000,0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen1 000,01 000,0
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten0,00,0
Erforderliche revolvierende Finanzierung0,00,0
Liquidität 3. Grades3,00×3,00×
Liquidität 2. Grades2,20×1,40×

Was die auseinanderlaufenden Kennzahlen zeigen

Die rechnerische Gesamtdeckung bleibt gleich, doch weniger Geld ist unmittelbar verfügbar. Ein größerer Teil des Vermögens muss erst verkauft und vereinnahmt werden. Die Quick Ratio macht diese Verschiebung sichtbar; sie bestätigt weder pünktliche Forderungseingänge noch die Werthaltigkeit der Vorräte.

Das ist ein Hinweis auf veränderte Liquiditätsqualität, kein allgemeiner Beleg für sichere 3,00x oder kritische 1,40x. Saisonverlauf, Zahlungstermine, verfügungsbeschränkte Mittel und Verwertbarkeit der Vorräte benötigen zusätzliche Informationen. Der Cash Conversion Cycle ergänzt die Sicht auf operative Laufzeiten.

Nachbauen und den Zahlungsmittelabfluss prüfen

Lege ein leeres jährliches Modell ab 2026 an: EUR, Tausend, keine Istjahre und zwei Prognosejahre. Nutze Advanced, erfasse die Anfangsbilanz und die genannten Jahresbeträge. Bruttomarge: 40%; Steuern und Zinsen: null. Alle übrigen Bewegungen bleiben null. Trage Forderungen, Vorräte und Lieferverbindlichkeiten als genannte Schlussbestände in der Bilanz ein.

Vergleiche Current Ratio und Quick Ratio unter Kennzahlen. Prüfe anschließend Vorräte, Zahlungsmittel und die Vorratsbewegung im Cashflow: Der operative Cashflow beträgt 2026 null und 2027 −800. Vorschau und Link öffnen das Finanzmodell; die Annahmen werden nicht automatisch geladen. Die Bestandsmechanik erklären Working Capital und das Working-Capital-Modell.

Die nächste Analysefrage

Das Bilanzmodell hilft beim Aufbau der Finanzposition. Die Cashflow-Analyse zeigt, weshalb auch ein profitables Unternehmen Geld verbrauchen kann. Für das Gesamtbild aus Liquidität, Ertrag, Verschuldung und Rendite dient die Finanzkennzahlen-Analyse.

Häufige Fragen

Zeigt die Quick Ratio sofort verfügbare Zahlungsmittel?

Nicht allein. Sie enthält neben Zahlungsmitteln auch Forderungen. Einzugsrisiken, Verfügungsbeschränkungen und konkrete Zahlungstermine lassen sich aus der Kennzahl nicht ablesen.