BALANCECHEAT / WISSEN
Working Capital und seine Wirkung auf den Cashflow
Ein Verkauf ist nicht immer ein Zahlungseingang. Working Capital erklärt die Geldbindung zwischen Einkauf, Verkauf und Bezahlung.
Working Capital: die breite Definition
Zum Umlaufvermögen gehören Zahlungsmittel, Forderungen, Vorräte und weitere kurzfristige Vermögenswerte. Kurzfristige Verbindlichkeiten umfassen Lieferverbindlichkeiten und andere kurzfristig fällige Verpflichtungen einschließlich kurzfristiger Finanzschulden. „Net Working Capital“ wird häufig gleichbedeutend verwendet; die Terminologie variiert.
Operatives Nettoumlaufvermögen
Für die operative Modellierung ist es sinnvoll, Zahlungsmittel und Finanzierung auszuschließen. BalanceCheat kennzeichnet diese engere Größe ausdrücklich als operatives Nettoumlaufvermögen beziehungsweise operatives NWC.
Basisschulden sind langfristig. Liquiditätslücken werden durch einen ausdrücklich modellierten hypothetischen kurzfristigen Revolver gedeckt, der in kurzfristige Verbindlichkeiten und Liquiditätskennzahlen eingeht. Dies ist Finanzierungsbedarf, keine Kreditzusage. In realen Unternehmen muss der kurzfristige Anteil vor Berechnung von Working Capital und Liquiditätskennzahlen bestimmt werden. Unternehmenskaufverträge können nochmals andere Definitionen verwenden.
Warum ein Anstieg Geld bindet
Wird Umsatz vor Zahlung erfasst, steigt die Forderung ohne Einzahlung. Werden Waren eingelagert, steigen die Vorräte vor dem Verkauf. Spätere Lieferantenzahlungen erhalten Zahlungsmittel. Ein Anstieg des operativen NWC wird deshalb grundsätzlich in der indirekten Cashflow-Rechnung abgezogen.
Rechenbeispiel
Forderungen steigen von 400 auf 500 Tsd. €, Vorräte von 300 auf 350 Tsd. € und Lieferverbindlichkeiten von 250 auf 280 Tsd. €. Das operative NWC steigt von 450 auf 570 Tsd. €. Dieser Anstieg von 120 Tsd. € senkt den operativen Cashflow um 120 Tsd. €, bei sonst gleichen Bedingungen. Es handelt sich um einen Zeiteffekt, nicht um zusätzlichen Aufwand.
Häufige Fehler und Interpretation
Ziehen Sie die Veränderung des NWC ab, nicht den Endbestand. Zahlungsmittel selbst gehören nicht in die operative Anpassung, sonst wird die Überleitung zirkulär. Hohes breites Working Capital kann eine Liquiditätsreserve darstellen; hohes operatives NWC kann langsame Zahlungseingänge oder Überbestände anzeigen.
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