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ROIC-Formel: Rendite auf investiertes Kapital
Wie viel operativen Gewinn erwirtschaftet ein Unternehmen je investiertem Euro? ROIC verbindet Ertragskraft mit dem dafür benötigten Kapital.
Was ist die Rendite auf investiertes Kapital?
ROIC setzt den operativen Gewinn nach Steuern ins Verhältnis zum betrieblich gebundenen Kapital. Die Kennzahl betrachtet mehr als Umsatzwachstum: Zwei Unternehmen mit gleichem Gewinn erzielen unterschiedliche Renditen, wenn eines doppelt so viele Anlagen, Vorräte oder Forderungen benötigt.
Die ROIC-Formel
NOPAT = EBIT − max(0, EBIT) × Steuersatz
NOPAT bezeichnet den operativen Gewinn nach Steuern. Ausgangspunkt ist das EBIT vor Zinsen, auf das ein operativer Steuersatz angewandt wird. Bei positivem EBIT entspricht dies EBIT × (1 − Steuersatz). Operative Verluste erhalten entsprechend dem Modell keine unterstellte Steuergutschrift. Dies ist eine normalisierte Rechnung, keine Steuererklärung.
Investiertes Kapital entspricht hier dem operativen Nettoumlaufvermögen zuzüglich Sachanlagen und sonstigem operativem Anlagevermögen, abzüglich sonstiger operativer langfristiger Verbindlichkeiten. Zahlungsmittel und Finanzschulden bleiben bei diesem operativen Ansatz außen vor. Das Durchschnittskapital ist das Mittel aus Anfangs- und Endbestand.
Rechenbeispiel
Ein Hersteller erzielt 2 Mio. € EBIT bei 25 % Steuern. Sein operatives Kapital steigt von 9 auf 11 Mio. €. NOPAT beträgt 2 Mio. € × 75 % = 1,5 Mio. €. Das Durchschnittskapital beträgt (9 + 11) ÷ 2 = 10 Mio. €. ROIC ergibt 1,5 ÷ 10 = 15 %.
ROIC interpretieren
15 % bedeuten 15 Cent jährlichen operativen Nachsteuergewinn je Euro durchschnittlichen operativen Kapitals. Vergleichen Sie Zeiträume und ähnliche Unternehmen mit einheitlichen Definitionen. Ein Vergleich mit den gewichteten Kapitalkosten hilft einzuordnen, ob operative Erträge die Finanzierungskosten übersteigen. Keine der Größen garantiert künftige Renditen.
Häufige Fehler
- Jahresüberschuss statt NOPAT verwenden und damit Zinskosten einbeziehen.
- Durchschnittskapital mit einer Kennzahl auf Basis des Endbestands vergleichen.
- Unterschiedliche Behandlung von Firmenwerten, Leasing und Übernahmen übersehen.
- Sehr hohen ROIC bei ungewöhnlich kleinem Kapital automatisch positiv bewerten. Bei nicht positivem Kapital ist die Kennzahl hier nicht aussagekräftig.
Verbindung zu den Abschlüssen
EBIT stammt aus der GuV, Working Capital und Sachanlagen aus der Bilanz. Höhere Forderungen können ROIC durch zusätzliche Kapitalbindung senken und gleichzeitig den freien Cashflow verringern. Eine neue Fabrik erhöht das Kapital sofort; der operative Nutzen kann später folgen.