BalanceCheat
ENDE

Fallbeispiel zum Pool-Zeitpunkt

Wer trägt die Verwässerung durch eine Optionspool-Aufstockung?

Der Zeitpunkt einer Optionspool-Aufstockung bestimmt mit, wer ihre Verwässerung trägt. Bei identischen 4 Mio. EUR Pre-Money, 1 Mio. EUR Investment und 20% abschließendem Full-Pool-Anteil entstehen nativ 60%/20%/20% für Gründer, Investor und Pool bei Aufstockung vor der Runde. Nach der Runde lautet die Verteilung 64%/16%/20%.

Gleiche Runde, gleicher 20%-Zielpool, anderer Zeitpunkt
KennzahlAufstockung Pre-MoneyAufstockung Post-Money
Founder A · Fully Diluted60%64%
Investor A · Fully Diluted20%16%
Nicht zugeteilter Pool · Fully Diluted20%20%
Preis je neuer Aktie3 EUR4 EUR
Neue Investoraktien333.333,333250.000
Reservierte Pool-Einheiten333.333,333312.500
Abschließender FD-Nenner1.666.666,6671.562.500
Auf dieser Seite
  1. Die finanziellen Annahmen unverändert lassen
  2. Vor der Runde: Der Pool geht in den Preisnenner ein
  3. Nach der Runde: Der Pool verwässert beide Inhabergruppen
  4. Die Änderung nachbilden und die Reihenfolge prüfen
  5. Nenner und Grenzen ausdrücklich festhalten

Die finanziellen Annahmen unverändert lassen

Am 1. Januar 2026 bestehen 1.000.000 Stammaktien, vollständig gehalten von Founder A, und noch kein Pool. Investor A investiert 1.000 EURk bei einem Pre-Money-Wert von 4.000 EURk. Die Rechte sind gleich, eigene Aktien bestehen nicht, und die FD-Preisbasis umfasst den vollen Pool.

Ziel sind 20% verfügbare, nicht zugeteilte Pool-Einheiten im Verhältnis zu den abschließenden Fully-Diluted-Einheiten nach beiden Schritten. Da sämtliche Pool-Einheiten hier nicht zugeteilt sind, stimmen verfügbarer Pool und gesamter nicht ausgeübter Pool überein. Das 20%-Ziel bedeutet nicht 20% der anfänglichen Million Aktien.

Ohne Pool hielten Gründer und Investor nach dieser Runde 80% beziehungsweise 20%; das zeigt der Workflow der bepreisten Finanzierungsrunde. Nun wird ausschließlich der Zeitpunkt der Poolaufstockung verändert.

Vor der Runde: Der Pool geht in den Preisnenner ein

Die Pre-Money-Aufstockung reserviert vor der Finanzierung 333.333,333… zusätzliche Einheiten. Der Preisnenner beträgt damit 1.333.333,333… FD-Einheiten. 4 Mio. EUR geteilt durch diesen Nenner ergeben 3 EUR je neuer Aktie. Das Investment von 1 Mio. EUR kauft somit 333.333,333… Investoraktien.

Abschließend stehen 1.666.666,666… FD-Einheiten: 1.000.000 Gründeraktien, 333.333,333… Investoraktien und 333.333,333… Pool-Einheiten. Daraus folgen 60% für den Gründer, 20% für den Investor und 20% für den nicht zugeteilten Pool. Der Investor behält die 20%-FD-Quote der Runde, weil der zusätzliche Pool bereits vor der Preisbestimmung berücksichtigt wurde.

Ausstehend sind dagegen nur 1.333.333,333… Stammaktien. Auf Basic-Basis halten Gründer und Investor 75% beziehungsweise 25%. Diese Quoten beantworten eine andere Frage als die Full-Pool-Verteilung von 60/20/20.

Nach der Runde: Der Pool verwässert beide Inhabergruppen

Zunächst wird die Runde auf Grundlage der ursprünglichen 1.000.000 Aktien bepreist. 4 Mio. EUR / 1.000.000 ergeben 4 EUR je Aktie, und der Investor erhält 250.000 Aktien. Unmittelbar nach der Runde hält der Gründer 80%, der Investor 20%.

Anschließend erhöht die Aufstockung den Pool um 312.500 Einheiten. Das ist die native Lösung von Pool / (1.250.000 + Pool) = 20%. Der abschließende FD-Nenner beträgt 1.562.500. Auf den Gründer entfallen 64%, auf den Investor 16% und auf den Pool 20%. Die spätere Poolaufstockung verwässert beide Aktionärsgruppen.

Allein durch die Reservierung werden keine Stammaktien ausgegeben. Basic bleibt bei 1.250.000 Aktien und 80%/20% Beteiligung. Full Pool misst die zusätzlich einbezogene Kapazität und belegt weder eine Ausübung noch eine Zahlung.

Die Änderung nachbilden und die Reihenfolge prüfen

  1. Den Fall mit Pre-Money-Aufstockung und den Fall mit Post-Money-Aufstockung herunterladen und bewusst als getrennte Beispiele importieren.
  2. Ownership → Optionspool / ESOP öffnen. Gesamter reservierter Pool als Einbeziehungsbasis, Ziel-% des abschließenden FD = 20% und Verfügbar / nicht zugeteilt als Zielzähler kontrollieren.
  3. Verknüpfte Finanzierungsrunde und Behandlung zur Finanzierungsrunde prüfen. Im Pre-Money-Fall steht die Aufstockung vor der Runde, im Post-Money-Fall danach.
  4. Die vollständige Vorschau des Endbestands einschließlich aller aktiven Eigenkapitalaktionen lesen. Erst nach Prüfung gegebenenfalls übernehmen. Die Downloads enthalten Anfangsbestand und vorgemerkte Aktionen, damit deren Wirkung sichtbar bleibt.

Nenner und Grenzen ausdrücklich festhalten

Die aktuelle Berechnung behält Bestände mit periodischen Dezimalstellen bei; Tabellen runden auf drei Nachkommastellen. Prozentquoten beruhen auf ungerundeten Werten. Für eine tatsächliche Ausgabe können vereinbarte Rundungsregeln nötig sein; das Modell erfindet sie nicht.

Eine zielbasierte Aufstockung setzt Full Pool und eine passende verknüpfte Runde voraus. Ein in diesem Aufbau nicht erreichbares Pre-Money-Poolziel von 90% blockiert den Endbestand, statt eine scheinbar plausible Tabelle auszugeben. Änderungen an Zeitpunkt, Preisbasis oder Zuteilungen müssen neu geprüft werden.

Berechnet werden Poolkapazität und Beteiligung. Der Fall bewertet keine Optionen, ermittelt keinen IFRS-2-/ASC-718-Aufwand, bildet keine VSOP-Barabgeltung ab und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Die Nenner erklärt Basic vs Fully Diluted. Details stehen unter Poolaufstockung und Optionspool in Finanzierungsrunden.

Quellen und Konventionen

Synthetische Beispiele. Modellbezogene Ergebnisse wurden mit der aktuellen BalanceCheat-Berechnung abgestimmt; Annahmen, Einheiten und Grenzen sind im jeweiligen Beispiel angegeben.